Impuls zur Fastenzeit
Nun ist Fastenzeit. Wie sich mein Blick vom Fasten im Laufe der Zeit entwickelt hat
und wie ich die Fastenpraxis in meinem Umfeld erlebe.
Eine Frage dann und wann in den letzten Wochen unter Freunden und Bekannten: Machst du mit beim Fasten, wenn ja, was fastet du in diesem Jahr?
Meist ging es um Verzicht von Süßigkeiten oder Nahrung mit dem Ziel der Gewichtsreduktion oder Erlangung körperlicher Fitness oder den erneuten Versuch, die Vorsätze, die es zu Beginn des neuen Jahres gab, erneut aufzugreifen. Der Verzicht auf das Gläschen Wein am Abend oder die Reduktion der Handynutzungszeit.
Schon als Kind war ich traurig und habe mich geschämt, wenn ich es nicht geschafft habe, auf Süßigkeiten zu verzichten und die Schokolade doch heimlich gegessen habe. Und irgendwie war mein Hunger auf etwas Süßes in dieser Zeit auch stärker als sonst. Das Leistungsziel der Verzichtsübung habe ich - wenn - nur kurzfristig erreicht. Diese Perspektive auf das Fasten ist ein kurzer enger Blick, wenn ich in
die Bibel schaue.
Beim Blick in die Bibel bin ich auf eine andere Sicht gestoßen. Johannes der Täufer war sicher ein solcher Asket, hat in der Wüste gelebt, sich von wildem Honig ernährt und war bekleidet mit Kamelhaar und hat gepredigt: Gott wird uns richten, und das Fasten ist die Buße für alle, die bestehen wollen.
Jesus, ein Schüler des Johannes, hat den Blick geweitet und sagt: Das Reich Gottes ist schon da, es muss nichts geleistet werden, so dass Fasten zu einem Rahmen wird, in dem wir erkennen, dass wir getragen und geliebt sind – nicht, weil wir erfolgreich gefastet haben, sondern wir fasten, um besser zu erkennen getragen und geliebt zu sein. Jesus warnt ausdrücklich vor der äußeren Scheinheiligkeit, denn Gott schaut auf das Herz. Er spricht von einem Fasten allein mit ihm im stillen Kämmerlein, sodass es niemand merkt. Fasten nicht als Challenge (Herausforderung), sondern um innerlich durchlässig zu werden für das Wesentliche
und um sich so mit offenem Ohr und Herz in den Prozess einzulassen, der Beziehung und Vertrauen in den Mittelpunkt stellt.
Jesus ging es um Fülle und darum, Erfüllung darin zu finden, was auf dem Grund trägt, ein Fasten, um mit dem Psalmisten zu beten: Dein Angesicht Herr will ich suchen ( Ps 27,8). Dann wird unser Leben gottverbunden, hell und lebendig - bei uns selbst und bei anderen.
Eine kleine Geschichte dazu von Franz von Assisi und dem Mitbruder, der nicht mehr fasten konnte. Franziskus, der asketisch gelebt hat, stellt die Nächstenliebe über die asketische Übung.
Franz von Assisi und die Brüder fasteten streng. Eines Nachts während der Fastenzeit klagte ein Bruder stark über Hunger und schrie: „Ich sterbe vor Hunger. Anstatt den Bruder wegen mangelnder Willenskraft zu tadeln, reagierte Franziskus mit großer Barmherzigkeit. Er erkannte, dass der Bruder körperlich am Ende war. Und um ihn nicht zu beschämen, dass er als dann als einziger essen würde, während alle anderen fasteten, ordnete Franziskus an, den Tisch mit Speisen zu decken. Franziskus aß zuerst und lud alle anderen Brüder ein, mit ihm zu essen.
Er erklärte, dass brüderliche Liebe wichtiger sei, als Fastenvorschriften.
Lassen wir die Gedanken der letzten Minuten in Stille auf uns wirken…
… und dann Gott um seinen Segen bitten:
Gott, wir bitten dich um ein gesegnetes Fasten, dass wir in dieser Zeit den Blick
wieder stärker auf dich, unseren tragenden Grund, richten und im Vertrauen auf dich
gestärkt und hoffnungsvoll dem Nächsten begegnen.
Dr. Barbara Heisterkamp
21. Februar 2026
Siechenhauskapelle Essen-Rüttenscheid
Am Aschermittwoch, den 18. Februar, wird in der
Abendmesse um 18.30 Uhr das Aschenkreuz gespendet.
„Eine Reise ins Licht“ - Courage in der Kapelle
Gabi Dauenhauer, Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und Co-Chefin im Theater Courage, wird am Samstag, 31. Januar, um 12:00 Uhr in der Siechenhauskapelle an der Kreuzung Rü/Martinstraße den Mittagsimpuls gestalten. Immer samstags gestalten Mitglieder der ehrenamtlich tätigen "Gemeinschaft Siechenhauskapelle Essen-Rüttenscheid“ zum Start in das Wochenende einen 15-minütigen Beitrag mit Musik, Texten und Gebeten. Nun wurde Gabi Dauenhauer als Gast zu einem Beitrag eingeladen. Ihr Thema: „Eine Reise ins Licht - Gebete, Gedanken, Texte, Andacht“.
Dazu sind alle herzlich eingeladen. Die Gemeinschaft freut sich auf den Besuch. Die Siechenhauskapelle steht seit Mitte des 15. Jahrhunderts an dieser Stelle. Sie ist das älteste Gebäude in Rüttenscheid.
Das Foto zeigt Peter Anselstetter vor seinem Theater in der Goethestraße in Rüttenscheid. Foto: P. T.
Siechenhauskapelle ist Teil der „Route der Begegnung“
Peter Anselstetter, Schauspieler und Chef im Theater Courage wird am Samstag, 6. September, um 12:00 Uhr in der Siechenhauskapelle an der Kreuzung Rü/Martinstraße den Mittagsimpuls gestalten. Seit einem Jahr gibt es wieder dieses zehn bis 15 Minuten lange Angebot der ehrenamtlich tätigen Gemeinschaft „Siechenhauskapelle Essen-Rüttenscheid“ zum Start in das Wochenende. Peter Anselstetter gehört seither zu den regelmäßigen Besuchern in der Kapelle. So entstand die Idee eines Gast-Impulses. Anselstetter, der eine Zeit lang auf St. Pauli in Hamburg lebte und arbeitete, hat sich das Leitthema „Anker“ vorgenommen. „Ein Anker ist für mich das Symbol von Heimat und das Symbol für einen Ort, an dem man sich zu Hause und geborgen fühlt“, erläutert Anselstetter.
Der Eintritt zu dieser etwa 15 Minuten langen Veranstaltung ist selbstverständlich kostenlos. Die Gemeinschaft freut sich auf den Besuch.
Siechenhauskapelle ist Teil der „Route der Begegnung“
Siechenhauskapelle ist Teil der „Route der Begegnung“
Die Siechenhauskapelle ist eine Station auf der Südroute des „Initiativkreises Religionen in Essen“. Auf fahrradgerechten Wegen verbindet die „Route der Begegnung“ mehr als 40 Gotteshäuser, die mit einer Tafel und einem QR-Code ausgestattet sind, über den man sich informieren kann, welche Religion hier ihr Zuhause hat und was sie an Veranstaltungen anbietet.
„Es ist unser Ziel, die religiöse Landschaft unserer Stadt transparent zu machen“ so Pfarrer Andreas Volke, der zusammen mit einem Leiter der Jugendabteilung der „Kommission Islam und Moscheen in Essen“ (KIM-E) und einem Mitglied der Essener Fahrradinitiative (EFI) die einzelnen Orte zusammengestellt und die Routen entworfen hat „Uns ist wichtig, dass jede Route unabhängig von der Anwesenheit eines Gastgebers gefahren werden kann und auch zeitlich unabhängig davon ist, wann gefahren wird“, so Burak Yilmaz von KIM-E Jugend. „Da war der QR CODE genau das richtige Mittel, um eine attraktive Route zu planen, die stets aktuelle Informationen bereithält.“ Das Gute ist, dass man die Routen in Gruppen und ebenso auch ganz alleine fahren kann.
Es gibt die „Nord-Route“, die „City-Route“ und die „Süd-Route“, an der die Siechenhauskapelle als Startpunkt liegt. Weitere Ziele auf der rund 25 Kilometer langen Runde im Süden sind: St. Lambertus in Stadtwald, die Annenkapelle, Ulu Camii Steele, Hicret Camii Kupferdreh, die Luciuskirche und die Evangelische Kirche in Werden, die Ludgerus-Basilika und die Klusenkapelle. Dann geht es zurück zur Siechenhauskapelle. (Man kann aber auch an jeder anderen Stelle die Rundtour beginnen oder sie in einzelnen Abschnitten fahren.)
Offiziell eröffnet wird das gesamte Projekt am 13. April um 14 Uhr auf dem Burgplatz. Wer mit dem Rad kommt, kann anschließend gleich gemeinsam mit anderen die erste Route erkunden: Die „City Route“, die am Eröffnungstag gefahren wird, führt vom Essener Dom zu den Bahà’i, zur Altkatholische Gemeinde und zum Buddhistischen Zentrum und schlägt dann einen Bogen über die Gotteshäuser in Altendorf zurück in die City bis zur Marktkirche, wo es einen Abendsegen gibt.
Mehr Infos dazu unter www.initiativkreis-religionen-essen.de/projekte/route-der-begegnung
Angebote des Bistum Essens in der Fastenzeit: Angebote Fastenzeit
Wir wünschen allen eine gesegnete Fastenzeit
Aschenkreuz in der Siechenhauskapelle
In der Abendmesse am Mittwoch, 5. März, um 18.30 Uhr
Mittagsimpuls in der Siechenhauskapelle
Jeden Samstag um 12.00 Uhr findet ein kurzer Mittagsimpuls statt.
Alle sind herzlich eingeladen
Poetry-Slammerin Jule Weber
Bewegende Gedenkfeier zum Welttag der Suizidprävention in der Siechenhauskapelle
„Immer geliebt. Immer vermisst. Nie vergessen.“ Drei knappe Sätze hatte eine Mutter mit Folienstift auf das Kerzenlicht geschrieben. Zusammen mit 51 anderen Kerzen stand ihr Licht am Ende einer bewegenden Stunde auf dem Altar in der kleinen Siechenhauskapelle in Essen-Rüttenscheid.
Die Telefonseelsorge in Essen und der Förderverein Essener Telefonseelsorge (Fets) hatten eingeladen. Weltweit wird am 10. September der Tag der Suizidprävention begangen. Um 20 Uhr werden dann Lichter ins Fenster gestellt - zur Erinnerung an die Menschen, die keinen anderen Weg für sich mehr sahen, als sich selbst zu töten.
Zu Beginn wurde ein Lied von Udo Lindenberg eingespielt („Nimm Dir das Leben - und lass es nicht mehr los“); Poetry-Slammerin Jule Weber erzählte von der kaum endenden Wehmut nach dem Suizid eines geliebten Menschen, und - tief bewegender Höhepunkt - in einem Interview schilderte eine Frau über die Zeit nach dem Suizid ihres Ehemannes. Da hätte man eine Stecknadel fallen hören. Es wurde gemeinsam gesungen („Von guten Mächten wunderbar geborgen“ und es wurden Fürbitten an Gott vorgetragen - auch für die Angehörigen und Freunde von Menschen, die sich getötet haben: „Erfülle sie mit Trost und Hoffnung; wenn Angst und Verzweiflung nach ihren Herzen greifen.“ Und es wurde darum gebeten, dass wir selbst in der Lage sind, um Hilfe zu bitten, wenn wir in scheinbar ausweglose Situationen geraten: „Gib uns den Mut, mit anderen zu reden, und das Vertrauen, dass wir uns mitteilen können und anderen wichtig sind.“
Viele Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger waren zur Gedenkfeier gekommen - und auch eine Reihe von Angehörigen, die Kinder, Partner und Freunde durch Suizid verloren haben. Am Rande der Gedenkfeier kam es zu berührenden Gesprächen. Und am Ende waren alle einig: Im nächsten Jahr soll es wieder eine Gedenkfeier am Tag der Suizidprävention geben. Der Förderverein der Essener Telefonseelsorge kündigte noch am Abends eine entsprechende Initiative an.
Herzliche Einladung zu:
"Rü mal anders" - der Mittagsimpuls
ab dem 24. August 2024 jeden Samstag um 12.00 Uhr
Das ist neu in der Siechenhauskapelle: Der Mittagsimpuls am Samstag ist wieder da. Die "Gemeinschaft Siechenhauskapelle“ knüpft an ein Angebot an, das es vor Corona schon mal gab. Jeden Samstag gibt es nun wieder um 12 Uhr in der Kapelle einen kurzen Mittagsimpuls zum Start ins Wochenende. Gebete, Gedanken, Texte, Bilder und auch mal Musik - die Formen sind vielfältig. Ehrenamtliche aus unserer Gemeinschaft wechseln sich an den Samstagen ab: Raphael Beuthner, Barbara Heisterkamp sowie Angela, Edith, Peter und Stephan Toussaint. Wir sind gespannt auf die Resonanz und freuen uns über jeden, der sich mit uns Zeit in der Siechenhauskapelle nimmt.
„Mit Schicksalsschlägen leben lernen“
Gedenkfeier für die Hinterbliebenen nach Suizid
am 10. September 2024
um 19 Uhr in der Siechenhauskapelle in Essen,
Rüttenscheider Straße 143
Die Telefonseelsorge in Essen und der Förderverein Essener Telefonseelsorge (Fets) laden am 10. September, dem weltweiten Tag der Suizidprävention, um 19 Uhr zu einer Gedenkfeier für die Hinterbliebenen nach Suizid in die Siechenhauskapelle in Essen ein. Das kleine mittelalterliche Gotteshaus im belebten Szene-Viertel Rüttenscheid gehört zu den ältesten Kirchenbauten der Ruhrmetropole. Seit 500 Jahren suchen hier Menschen in Notlagen Entlastung und tragen ihre Sorgen vor eine kleine Marienstatue. Am 10. September wird es dort einen ökumenischen Gottesdienst mit Liedern, Texten, Fürbitten und Gebeten geben, in dessen Rahmen die renommierte Autorin, Lyrikerin und Poetry Slammerin Jule Weber auftreten wird. In einem sehr persönlichen Interview wird eine Hinterbliebene von der schweren Zeit nach dem Suizid ihres Ehemannes berichten - und davon, wie sie die Kraft gefunden hat, wieder nach vorne zu blicken. Um 20 Uhr endet die Veranstaltung mit dem Anzünden von 50 Kerzen vor der Kapelle für die Essener Bürgerinnen und Bürger, die sich im vergangenen Jahr das Leben genommen haben. Anschließend stehen der Vorbereitungskreis und Seelsorgende zum Gespräch zur Verfügung.
Kontakt und Rückfragen: foerderverein@telefonseelsorge-essen.de
Edith, Stephan, Angela und Peter Toussaint von der „Gemeinschaft Siechenhauskapelle“ halten den ganzen Tag (9 - 18 Uhr) die Kapelle für Demonstrationsteilnehmer offen, die ein wenig zur Ruhe kommen wollen … „Selig sind die Friedfertigen“ steht als Einladung im Schaukasten.
Liebe Besucherinnen und Besucher der Siechenhauskapelle,
leider wurde von Unbekannten immer wieder Geld aus dem alten Opferstock an der Eingangstür „herausgeangelt“. Das ist traurig. Das Geld brauchen wir dringend, um neue Kerzen kaufen zu können. Auf diese Einnahmen können wir nicht verzichten. Darum wurde nun dieser Opferstock hier aufgestellt.
Er ist nicht schön, aber erheblich sicherer.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
Die Gemeinschaft Siechenhauskapelle Rüttenscheid
© FUNKE Foto Services | Socrates Tassos
Nachdem Gisela und Dieter Hebenstreit im Januar 2023 ihr Ehrenamt für die Siechenkapelle nach 22 Jahren aufgegeben haben, hat eine Gruppe aus acht Ehrenamtlichen (z. T. auf dem Bild) die Pflege des ältesten Gebäudes in Rüttenscheid übernommen.
Nach den Sommerferien soll es samstags um 12 Uhr wieder das Mittagsgebet geben, das vor vier Jahren aufgrund der Corona-Pandemie aufgegeben werden musste.
Ab sofort gibt es jeden Mittwoch um 18.30 Uhr (mit Ausnahme der Schulferien) eine Messe, die vom ehemalige Generalvikar Hans-Werner Thönnes gefeiert wird.
Einen schönen Gruß schickte uns Kapellen-Besucherin Barbara Heisterkamp aus Haarzopf. In ihrer Tageszeitung hatte sie gelesen, dass sich nun ein neues Team um Pastor Hans-Werner Thönnes ehrenamtlich um die Siechenhauskapelle kümmert. Frau Heisterkamp schrieb: "Liebe Menschen, die sich liebevoll um die Siechenkapelle kümmern. Heute las ich den Artikel in der WAZ, welcher mich sehr berührt hat. Ich bin seit einigen Monaten häufiger zur Anbetung dort und empfinde es als einen großen Schatz, dass Sie sich darum kümmern, dass Anbetung dort möglich ist. Obwohl ich selbst in Essen wohne, wusste ich nicht davon, zufällig hat mir jemand davon erzählt. Erstaunt bin ich immer wieder, wie viele Menschen das Angebot nutzen. Ein zuversichtliches Zeichen. Ich möchte Ihnen einfach nur einmal Danke sagen für Ihre wundervolle Arbeit.“ Und dann kündigte sie uns ein großzügiges Geschenk an: Bei den Ordensschwestern des Karmelitinnenklosters in Stoppenberg ließ sie eine Osterkerze für die Rüttenscheider Kapelle fertigen - und übergab sie vor einer Mittwochabend-Messe an Pastor Dr. Thönnes. In der Osternacht wird sie in der Ludgeruskirche geweiht und mit einer Flamme des Osterfeuers erstmals entzündet. Am Ostersonntag wird sie in der Siechenhauskapelle aufgestellt und dort bei jeder Messfeier entzündet. Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Karmelitinnen für die künstlerische Arbeit und bei Frau Heisterkamp für das schöne Geschenk. Daran werden sich von Ostern an alle Besucherinnen und Besucher der Kapelle erfreuen können.